Schriftenreihe der Cajewitz-Stiftung

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Schriftenreihe der Cajewitz-Stiftung

Die Schrif­ten­rei­he der Caje­witz-Stif­tung wid­met sich the­ma­tisch der her­auf­zie­hen­den altern­den Gesellschaft.

Aktu­ell ist das Schreck­ge­spenst der altern­den Gesell­schaft vor­ran­gig besetzt mit wach­sen­den gesell­schaft­li­chen Kos­ten, volks­wirt­schaft­li­chem Ver­lust durch die abneh­men­de Zahl der Erwerbs­tä­ti­gen und – damit ein­her­ge­hend – einer wach­sen­den Zahl von Ver­sor­gungs­emp­fän­gern, von denen vie­le letzt­end­lich in Demenz ver­fal­len und ihr Schick­sal in Pfle­ge­stät­ten ver­einsamt beschlie­ßen müssen.

Aber das ist ein Zerr­bild. Die Vor­stel­lung einer her­auf­zie­hen­den altern­den Gesell­schaft soll­te nicht angst­be­setzt sein. Im Gegen­teil: Der wach­sen­de Anteil lebens­klu­ger, gelas­se­ner, weni­ger poli­tisch ver­führ­ba­rer Men­schen kann durch­aus posi­ti­ve Aus­wir­kun­gen zei­gen. Eine sol­che Gesell­schaft kann mehr Tole­ranz, mehr Altru­is­mus und mehr Soli­da­ri­tät versprechen.

Die in der Ver­fas­sung geschütz­te Men­schen­wür­de gebie­tet es, einer altern­den Gesell­schaft Rah­men­be­din­gun­gen zu eröff­nen, in denen auch älte­res und altes Leben zu ach­ten und zu schüt­zen die Ver­pflich­tung aller staat­li­chen Gewalt ist. Die Schrif­ten­rei­he der Caje­witz-Stif­tung will hier­zu aus unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven Auf­klä­rung bie­ten. Die­ses Ziel för­dert die Caje­witz-Stif­tung – gemäß ihres Sat­zungs­zwecks – auch mit­tels genera­tio­nen­über­grei­fen­der Begegnungen.

Das drit­te und vier­te Alter

Die Schrif­ten­rei­he der Stif­tung will Ein­bli­cke in die­se Lebens­pha­sen ver­mit­teln, Poten­tia­le und Per­spek­ti­ven aus­leuch­ten und Alter­na­ti­ven auf­zei­gen. Dar­über berich­ten die seit 2008 her­aus­ge­ge­be­nen 10 Bän­de der Schrif­ten­rei­he der Cajewitz-Stiftung.

Band 10

Hans-Joa­chim Birk­holz
Stern­stun­den aus der Dicht­kunst
– Essays Generales –

ISBN 978–3‑8305–5140‑9
erschie­nen 03.10.2021
For­mat Hard­co­ver
Umfang 288 S.

(Schrif­ten­rei­he der Caje­witz-Stif­tung, Band 10)
BWV – Ber­li­ner Wissenschaftsverlag

Band 9

Irè­ne Zan­del, Chris­ti­an Schü­le
HEIMAT AFRIKA

2021, 228 S., 3 s/w Abb., 4 farb. Abb., 176 Sei­ten, 84 s/w Fotos,
22 Farb­fo­tos, Hard­co­ver 978–3‑8305–5099‑0

(Schrif­ten­rei­he der Caje­witz-Stif­tung, Band 9)
BWV – Ber­li­ner Wissenschaftsverlag

Band 8

Peter-Alexis Albrecht (Hrsg.):
Lasst der Jugend die Zukunft!
2019, 228 S., 3 s/w Abb., 4 farb. Abb., 149 s/w Fotos, geb., dt./russ., 978–3‑8305–3905‑6
(Schrif­ten­rei­he der Caje­witz-Stif­tung, Band 8)
BWV – Ber­li­ner Wissenschaftsverlag

Die Ber­li­ner Caje­witz-Stif­tung lud 2017 im Rah­men einer öffent­li­chen Tri­lo­gie „Unser Nach­bar Russ­land“ zur Begeg­nung von jun­gen Rus­sen und Ukrai­nern mit Ber­li­ner Senio­ren ein – im Anspruch und der Hoff­nung, zu fried­li­cher und wirt­schaft­lich aus­ge­gli­che­ner Nähe zu den ost­eu­ro­päi­schen Gesell­schaf­ten bei­zu­tra­gen.
Die Teil­neh­mer waren auf­ge­ru­fen, gemein­sam über die frie­dens­stif­ten­de Funk­ti­on von Lite­ra­tur und Recht zu debat­tie­ren. Die Ergeb­nis­se des im All­tag aller Län­der höchst sel­ten statt­fin­den­den Erfah­rungs­aus­tauschs zwi­schen Jung und Alt hält die­ser Band in Tex­ten und foto­gra­fi­scher Fixie­rung fest.
Die Gesprä­che zei­gen deut­lich: Erst wenn per­sön­li­cher Aus­tausch im Wege gegen­sei­ti­gen Spre­chens und Zuhö­rens statt­fin­det, ist eine Basis für emo­tio­na­le Nähe und für die Bereit­schaft gege­ben, Argu­men­te der Ver­nunft und der Erfah­rung zu kon­struk­ti­vem Wis­sen zu fügen.
Der Jugend muss das letz­te Wort blei­ben: Ihr allein gehört die Zukunft. Hier­für müs­sen die Zivil­ge­sell­schaf­ten den Rah­men orga­ni­sa­to­risch gewäh­ren und Res­sour­cen ver­füg­bar machen. Nur dann kann Frie­den dau­er-
haft sein.

Band 7

Peter-Alexis Albrecht (Hrsg.):
Lebens­kul­tur im Alter
2017, 272 S., 10 s/w Abb., 59 farb. Abb., 115 s/w Fotos, 167 Farb­fo­tos, 18 farb. Tab., geb., 978–3‑8305–3782‑3
(Schrif­ten­rei­he der Caje­witz-Stif­tung, Band 7)
BWV – Ber­li­ner Wissenschaftsverlag

Lebens­kul­tur im Alter lebt von Vor­aus­set­zun­gen. Die Gesund­heit, gern zuerst und zu oft allein ange­führt, will durch geis­ti­ge und sozia­le Anre­gun­gen gestützt und ergänzt wer­den. Die Lebens­pha­se des Alters soll­te an ein­er Lebens­kul­tur ori­en­tiert sein, die nicht auf Ani­ma­ti­on, son­dern auf För­de­rung der akti­ven Eigen­in­itia­ti­ve aus­ge­rich­tet ist: siche­res, erschwing­li­ches Woh­nen in einer Gemein­schaft, die Auto­no­mie, Akti­vi­tät und Mit­wir­kung bie­tet. Es geht bei älte­ren Men­schen um die Aneig­nung kul­tu­rel­ler Anrei­ze aus Kunst und Lite­ra­tur, fer­ner um Kom­mu­ni­ka­ti­on und kogni­ti­ve Selbst­er­hal­tung. Eine Uto­pie? Nein, die­se Wohn- und Lebens­form, genannt ­Soziales­Ser­vice­Woh­nen, wird in den sechs Senio­ren­zen­tren der Caje­witz-Stif­tung in Ber­lin-Pan­kow ver­wirk­licht.
Die Tex­te und Foto­gra­fien die­ses Ban­des prä­sen­tie­ren im Detail drei Akzen­te des umfang­rei­chen Kul­tur­pro­gramms: Male­rei, Musik und Täti­ge Erin­ne­rung. Gemein­sam ist ihnen das Kon­zept der akti­ven Mit­wir­kung im Drit­ten Le­bensalter. Das gemein­nüt­zi­ge Stif­tungs­mo­dell ermög­licht die­se auto­no­me Lebens­form für Senio­ren: Ein Modell­pro­jekt kon­struk­ti­ver Hil­fe in der Pha­se zwi­schen iso­lier­tem Allein­le­ben und Pfle­ge­heim­un­ter­brin­gung –­ zur Nach­ah­mung durch Poli­tik und Gesell­schaft drin­gend empfohlen.

Band 6

Peter-Alexis Albrecht (Hrsg.):
Mein schöns­tes Kleid – Medi­ta­ti­ves Inne­hal­ten – Doku­men­tiert von Chris­tel Sper­lich – Foto­gra­fiert von Irè­ne Zan­del
2017, 172 S., 78 s/w Fotos, geb. mit Schutz­um­schlag, 978–3‑8305–3781‑6
(Schrif­ten­rei­he der Caje­witz-Stif­tung, Band 6)
BWV – Ber­li­ner Wissenschaftsverlag

10 Lebens­ge­schich­ten erzäh­len in die­sem Band von kon­struk­tiv beglei­te­ten Wegen im drit­ten Lebens­al­ter. Die­ses ist in der Hei­ter­keit von Gemein­schaft bes­ser zu bewäl­ti­gen als in sozia­ler Ein­sam­keit.
10 Frau­en spre­chen eine leben­di­ge und auch kör­per­li­che Spra­che: in har­mo­ni­scher, flie­ßen­der Bewe­gung. Das Qigong-Erleb­nis als kör­per­li­che Aus­drucks­mög­lich­keit schafft neue Ver­bin­dun­gen. Dar­in kann man Erleb­tes wie­der­ge­ben und neu erle­ben. Gute und bit­te­re Erfah­run­gen wer­den noch ein­mal im Tanz durch­schrit­ten. Dies führt zu beacht­li­cher Kör­per­kräf­ti­gung, zu har­mo­ni­scher Hal­tung und Balan­ce.
10 Inter­views sind Moment­auf­nah­men von Trecks und Trüm­mern, Ver­lust und Ent­beh­rung, Lie­be und Tren­nung, Freu­de und Glück. Auch der Tod ist im Blick. Das alles ist in die­sem Band erfasst und doku­men­tiert in ergrei­fen­den Tex­ten. Es ist foto­gra­fisch erspürt und fixiert in inti­men und ent­spann­ten Augen­bli­cken medi­ta­ti­ven Inne­hal­tens – in Anmut und Wür­de und im Moment des Emp­fin­dens von Gemeinschaft.

Band 5

Peter-Alexis Albrecht (Hrsg.):
Schön­heit & Last – Bild­nis­se vom Alter
2014, 288 S., 407 s/w Abb., geb., 978–3‑8305–3390‑0
(Schrif­ten­rei­he der Caje­witz-Stif­tung, Band 5)
BWV – Ber­li­ner Wissenschaftsverlag

Das Alter ist eine Lebens­pha­se, die Gelas­sen­heit und Tole­ranz ermög­licht, mit neu­en Per­spek­ti­ven und neu­en Erleb­nis­for­men. Aller­dings müs­sen die Rah­men­be­din­gun­gen stim­men. Und die muss die Gesell­schaft schaf­fen. Ein Modell­pro­jekt der Caje­witz-Stif­tung in Ber­lin zeigt durch Foto­gra­fien und Selbst­ein­schät­zun­gen: Das ist auch bei Hoch­alt­ri­gen mög­lich.
Die drei Foto­gra­fin­nen Ilo­na Rip­ke, Karin Wieck­horst und Irè­ne Zan­del, zwei aus dem Osten, eine aus dem Wes­ten Deutsch­lands, haben sich der Auf­ga­be gestellt, Auto­no­mie, Sicher­heit, Kom­mu­ni­ka­ti­on und Teil­ha­be im Alter zu erfas­sen.
Will man das ein­fan­gen, tau­gen Wor­te allein wenig. Die Balan­ce von Schön­heit und Last offen­bart sich gera­de in der foto­gra­fi­schen Kunst.
Die Ver­öf­fent­li­chung wur­de bei dem Säch­si­schen Staats­preis für Design 2014 mit dem 2. Preis Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­sign für die bes­te Buch­ge­stal­tung ausgezeichnet.

Band 4

Peter-Alexis Albrecht (Hrsg.):
Ser­vice­Woh­nen als Zukunfts­auf­ga­be einer altern­den Gesell­schaft
2011, 409 S., 40 s/w Abb., 139 farb. Abb., 23 Tab., geb. mit Schutz­um­schlag, 978–3‑8305–1898‑3
(Schrif­ten­rei­he der Caje­witz-Stif­tung, Band 4)
BWV – Ber­li­ner Wissenschaftsverlag

In die­sem Buch wird ein Stif­tungs­mo­dell vor­ge­stellt, das nicht über öffent­li­che Mit­tel, son­dern über das bür­ger­schaft­li­che Enga­ge­ment pri­va­ter Stif­ter rea­li­siert wird. Die Dr. Wal­ter und Mar­ga­re­te Caje­witz-Stif­tung arbei­tet seit 1979 kon­ti­nu­ier­lich im Bereich der mild­tä­ti­gen und gemein­nüt­zi­gen Alten­hil­fe.
Es wäre wün­schens­wert, den Gedan­ken pri­va­ter Stif­tungs­ak­ti­vi­tä­ten in viel brei­te­rem Maße als bis­lang für ein Soziales­Ser­vice­Woh­nen umfas­sen­de­rer Art nutz­bar zu machen. Die Geschich­te der Caje­witz-Stif­tung, die sowohl den Aspekt der Gemein­nüt­zig­keit als auch den Aspekt der Ange­hö­ri­gen­ver­sor­gung der Stif­ter wir­kungs­voll belegt, mag den einen oder ande­ren anre­gen, es die­sen bei­spiel­ge­ben­den Mäze­nen gleich­zu­tun. Damit wür­de man nicht nur älte­ren Men­schen zu einem Leben in Wür­de ver­hel­fen, son­dern auch einer gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Zukunfts­auf­ga­be begeg­nen, die mit der altern­den Gesell­schaft auf uns alle immer stär­ker zukom­men wird.

Band 3

Peter-Alexis Albrecht (Hrsg.):
Zeit­strö­me – Lebens­li­ni­en im rea­len Sozia­lis­mus der DDR: Mit­wir­kung und Anpas­sung
2011, 339 S., 33 s/w Abb., 9 farb. Abb., geb. mit Schutz­um­schlag, 978–3‑8305–1897‑6
(Schrif­ten­rei­he der Caje­witz-Stif­tung, Band 3)
BWV – Ber­li­ner Wissenschaftsverlag

Die Nach­zeich­nung von Lebens­li­ni­en aus dem rea­len Sozia­lis­mus ist eine Art von Selbst­be­haup­tung gegen­über der west­li­chen Igno­ranz, im dama­li­gen gesell­schaft­li­chen All­tag der DDR nichts aber auch gar nichts als wert­be­stän­dig zu respek­tie­ren. Aber es war eben geleb­tes Leben und die Men­schen­wür­de gebie­tet die Ach­tung auch vor Lebens­for­men, die in kri­tik­wür­di­gen Rah­men­be­din­gun­gen statt­fan­den. So wird die­ses Buch jene ent­täu­schen müs­sen, die auf der Suche nach Wider­stand und Oppo­si­ti­on im rea­len Sozia­lis­mus sind. In die­sem Buch geht es um Mit­wir­kungs- und Anpas­sungs­for­men in einer Gesell­schaft, die nach Wes­ten hin zwar abge­rie­gelt war, aber in der es auch Glück, Zufrie­den­heit und Selbst­ver­wirk­li­chung gab. Es gibt von außen zahl­rei­che Inter­pre­ta­ti­ons­ver­su­che über die Gesell­schaft der DDR. Aber aus der Innen­per­spek­ti­ve gibt es nur weni­ge Zeug­nis­se. Es fehlt nicht sel­ten der Ver­such, den Men­schen zuzu­hö­ren und ihnen ihre Erfah­run­gen, Erleb­nis­se und Reflek­tio­nen erst ein­mal abzu­ge­win­nen und zu doku­men­tie­ren. Das geschieht mit den Lebens­li­ni­en in die­sem Buch, den zeit­lo­sen Zeitströmen.

Band 2

Les­lie Baruch Brent:
Ein Sonn­tags­kind? – Vom jüdi­schen Wai­sen­haus zum welt­be­kann­ten Immu­no­lo­gen
2. Aufl. 2016, 360 S., 38 s/w Fotos, kart., 978–3‑8305–3674‑1
(Schrif­ten­rei­he der Caje­witz-Stif­tung, Band 2)
BWV – Ber­li­ner Wissenschaftsverlag

Jeder, der das Buch lesen wird, wird von ihm gefan­gen sein. Welch Leben! Bei allem Unglück oder trotz des Unglücks der Kind­heits­jah­re ist ein so rei­ches Erle­ben, kon­struk­ti­ves Wir­ken und kri­ti­scher Mut in ein­drucks­vol­ler Spra­che belegt, dass man still und demü­tig wird. Die Ein­zig­ar­tig­keit die­ses Buches liegt dar­in, dass es mit der schlich­ten Doku­men­ta­ti­on von Lebens­viel­falt und Lebens­tie­fe fol­gen­des bewusst macht: Mit der Ermor­dung von Mil­lio­nen Juden ist nicht nur deren phy­si­sche Exis­tenz been­det, son­dern ein mil­lio­nen­fa­cher Ver­lust nicht voll­ende­ter Lebens­we­ge für die Betrof­fe­nen und für die Über­le­ben­den her­bei­ge­führt wor­den – ohne dass man sich des­sen rea­li­ter bewusst ist. Für all die­se Toten und ihre nicht voll­ende­ten Lebens­we­ge hat Les­lie Baruch Brent ein Denk­mal des Lebens gesetzt. Das Leben von Les­lie Brent zeigt mehr als jedes Denk­mal aus Stein, welch uner­mess­li­chen mil­lio­nen­fa­chen Ver­lust auch die über­le­ben­de Mensch­heit durch den Holo­caust erfah­ren hat. Inso­fern hat Les­lie Brent nicht nur sei­nem Vater, sei­ner Mut­ter, sei­ner Schwes­ter und allen von den Deut­schen Ermor­de­ten einen uner­mess­li­chen Dienst erwie­sen. Sein Vater hat es gewusst: Sunday’s Child!

Buchpremiere „Ein Sonntagskind?” am 11. September 2009

Band 1

Peter-Alexis Albrecht, Les­lie Baruch Brent, Inge Lam­mel (Hrsg.):
Ver­stör­te Kind­hei­ten – Das Jüdi­sche Wai­sen­haus in Pan­kow als Ort der Zuflucht, Gebor­gen­heit und Ver­trei­bung
2008, 240 S., 181 s/w Abb., geb. mit Schutz­um­schlag, 978–3‑8305–1571‑5
(Schrif­ten­rei­he der Caje­witz-Stif­tung, Band 1)
BWV – Ber­li­ner Wissenschaftsverlag

Begibt man sich mit wachem Blick in ein altes Haus, stößt man unwei­ger­lich auf Spu­ren sei­ner frü­he­ren Bewoh­ner. Eine behut­sa­me Rekon­struk­ti­on legt nicht nur die Schich­ten der bau­li­chen Aus­klei­dung frei. Viel­mehr fin­den sich die Spu­ren derer, die in den Mau­ern des Hau­ses ihr Leben ver­brach­ten. Die bau­li­che Wie­der­her­stel­lung des ehe­ma­li­gen Jüdi­schen Wai­sen­hau­ses in Ber­lin-Pan­kow offen­bart das Schick­sal der Kin­der, die hier Zuflucht such­ten. Wenn der Restau­ra­tor unter has­tig über­tünch­ten Decken­ele­men­ten eines frü­he­ren Bet­saals Sym­bo­le jüdi­schen Glau­bens frei­legt, wird zugleich die Geschich­te einer Ver­trei­bung erzählt. Einer Ver­trei­bung von Kin­dern, denen das Wai­sen­haus mit sei­nen schwe­ren Mau­ern als beson­ders behü­te­ter Ort erschei­nen muss­te. Die ehe­ma­li­gen Zög­lin­ge berich­ten über eine „Ver­stör­te Kind­heit“, in der sie gezwun­gen waren, den Ort zu ver­las­sen, der ihnen Hei­mat war. Und in der sie mit anse­hen muss­ten, wie ihre ver­blie­be­nen Freun­de und Leh­rer im Holo­caust ermor­det wur­den. So wird aus der Chro­nik eines Bau­werks die bewe­gen­de Lebens­ge­schich­te sei­ner Bewohner.

Buchpremiere „Verstörte Kindheiten” am 9. November 2008

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